Eine Kreditkarte mit Reiserücktrittsversicherung erstattet Stornokosten bei einer Reiseabsage, aber nur zu den Bedingungen des Kartentarifs: meist nur bei Zahlung mit der Karte, fast immer mit Selbstbehalt und Obergrenze. Hier liest du, was der Kartenschutz leistet und wann eine eigene Police besser ist.
Der Schutz steckt nicht in der Karte selbst, sondern in einer Gruppenversicherung, die der Kartenherausgeber für seine Kunden abgeschlossen hat. Ob und wie viel sie leistet, hängt vom Kartentyp ab: Standardkarten haben oft gar keinen Reiserücktritt, während Gold- und Premium-Karten wie eine Mastercard Gold oder Visa Gold einen begrenzten Schutz mitbringen. Die genauen Bedingungen stehen im Versicherungsschein deiner Karte.
Erstens die Kartenzahlungs-Pflicht: Bei den meisten Karten greift der Schutz nur, wenn du die Reise ganz oder zu einem Mindestanteil mit genau dieser Karte bezahlt hast. Zahlst du anders, entfällt die Leistung oft komplett.
Zweitens Selbstbehalt und Deckelung: Ein Eigenanteil bleibt fast immer bei dir, häufig rund 20 Prozent, und die Erstattung ist pro Reise oder pro Jahr begrenzt. Teure Reisen übersteigen diese Obergrenze schnell.
Drittens der versicherte Personenkreis: Oft bist nur du und Mitreisende auf derselben, mit der Karte bezahlten Buchung geschützt. Freunde oder Familie, die getrennt zahlen, sind außen vor.
Für eine günstige Einzelreise, die du komplett mit der Karte bezahlst, reicht der Kartenschutz oft aus. Sobald es teuer wird, mehrere getrennt zahlende Personen mitreisen oder du häufig unterwegs bist, stößt er an seine Grenzen. Dann ist eine eigene Reiserücktrittsversicherung ohne Kartenpflicht meist die verlässlichere Lösung, häufig ohne großen Aufpreis.
Prüfe vor jeder Reise zwei Dinge: Ist die Reise wirklich mit der Karte bezahlt, und reicht die Deckungssumme für deinen Reisepreis? Wenn du bei einem der beiden Punkte zögerst, schließt eine eigene Police die Lücke.
Links steht, was der Reiserücktritt über die Kreditkarte typischerweise abdeckt. Rechts die häufigsten Lücken. Der genaue Umfang steht immer im Versicherungsschein deiner Karte.
Stornokosten bei Krankheit
Erstattung der Stornogebühren, wenn eine unerwartete schwere Erkrankung die Reise vor Antritt unmöglich macht.
Unfall vor der Reise
Ein plötzlicher Unfall, der dich reiseunfähig macht, ist in der Regel abgedeckt.
Mitreisende auf derselben Buchung
Meist mitversichert, sofern die Reise über die Karte bezahlt wurde.
Teils auch Reiseabbruch
Höhere Kartenkategorien erstatten manchmal auch anteilig bei vorzeitigem Abbruch, das ist aber kartenabhängig.
Reise nicht mit der Karte bezahlt
Der häufigste Ablehnungsgrund: ohne Kartenzahlung entfällt der Schutz meist ganz.
Selbstbehalt
Ein Eigenanteil bleibt fast immer bei dir, oft rund 20 Prozent der Stornokosten.
Gedeckelte Summe
Teure Reisen übersteigen häufig die Höchstgrenze der Kartenversicherung.
Bekannte Vorerkrankung
Vorhersehbare oder schon bekannte Gründe sind ausgeschlossen.
Getrennt zahlende Mitreisende
Freunde oder Familie auf einer eigenen Buchung sind nicht mitversichert.
Für eine günstige Reise, die du vollständig mit der Karte bezahlst, oft ja. Bei teuren Reisen, getrennt zahlenden Mitreisenden oder häufigem Reisen bleiben Lücken, die eine eigene Police schließt.
Bei den meisten Karten ja. Ohne Zahlung mit genau dieser Karte entfällt der Versicherungsschutz häufig komplett. Den genauen Mindestanteil findest du in den Bedingungen deiner Karte.
Nur, wenn sie auf derselben, mit der Karte bezahlten Buchung steht. Getrennt zahlende Mitreisende sind meist nicht versichert.
Eine eigene Police ist unabhängig vom Zahlungsmittel, deckt in der Regel höhere Stornosummen und lässt sich auf Familien, Gruppen oder ein ganzes Jahr auslegen.
Vor allem Gold- und Premium-Karten der großen Anbieter bringen einen begrenzten Reiserücktritt mit, Standardkarten meist nicht. Prüfe im Versicherungsschein deiner Karte, ob und in welcher Höhe der Schutz besteht.