Immer mehr Länder bieten eigene Visa für ortsunabhängiges Arbeiten an. Was sie gemeinsam haben, worin sie sich vom Touristenvisum unterscheiden und warum fast alle einen Krankenversicherungsnachweis verlangen.
Es ist ein Aufenthaltstitel für Menschen, die im Gastland leben, ihr Geld aber außerhalb davon verdienen. Der entscheidende Punkt steht in fast jeder dieser Regelungen: Deine Auftraggeber oder dein Arbeitgeber dürfen nicht im Gastland sitzen.
Damit löst das Visum ein Problem, das vorher in einer Grauzone lag. Wer früher mit dem Laptop im Touristenvisum saß und für Kunden zuhause arbeitete, tat das formal meist unerlaubt, auch wenn es in der Praxis niemanden interessierte.
Ein Touristenvisum erlaubt Aufenthalt, aber keine Erwerbstätigkeit, und läuft je nach Land nach Wochen oder wenigen Monaten ab. Verlängern lässt es sich oft nur begrenzt oder gar nicht.
Das Nomad-Visum ist länger gültig, erlaubt die Arbeit ausdrücklich und wird in der Regel vor der Einreise beantragt, mit Unterlagen und Bearbeitungszeit. Dafür ist es aufwendiger und an Bedingungen geknüpft, die ein Touristenvisum nicht kennt.
Ob du überhaupt eins brauchst, hängt an der geplanten Dauer. Für einen Aufenthalt von wenigen Wochen ist es meist der falsche Weg.
Die Details unterscheiden sich stark, die Kategorien sind aber fast immer dieselben. Erstens ein Nachweis über regelmäßiges Einkommen aus dem Ausland, meist über Kontoauszüge, Verträge oder Rechnungen der letzten Monate.
Zweitens ein gültiger Reisepass mit ausreichender Restlaufzeit. Drittens häufig ein Führungszeugnis. Viertens, und das wird am häufigsten unterschätzt, ein Nachweis über eine Krankenversicherung, die im Gastland gilt.
Das ist der Punkt, an dem Anträge regelmäßig hängenbleiben. Verlangt wird nicht irgendeine Reiseversicherung, sondern ein Schutz, der die gesamte beantragte Aufenthaltsdauer abdeckt und das Gastland ausdrücklich einschließt.
Eine normale Reisekrankenversicherung scheitert daran meist an der Dauer: Sie ist auf einzelne Reisen bis maximal 56 Tage ausgelegt. Für einen Aufenthalt von mehreren Monaten bis zu einem Jahr ist die Auslandskrankenversicherung das passende Produkt.
Wer den Wohnsitz in Deutschland aufgibt und dauerhaft im Ausland lebt, fällt auch aus dieser Kategorie heraus und braucht eine internationale Krankenversicherung. Die Abgrenzung der drei Produkte steht im Glossar.
Praktisch wichtig: Viele Behörden wollen eine Bestätigung auf Englisch, mit Namen, Laufzeit, Geltungsbereich und Deckungsumfang. Das ist eine Unterlage, die du vor der Antragstellung anfordern solltest, nicht danach.
Das Visum regelt deinen Aufenthalt, nicht deine Steuerpflicht. Beides hängt zusammen, folgt aber unterschiedlichen Regeln, und ein Nomad-Visum bedeutet nicht automatisch, dass du im Gastland steuerfrei bist.
Sobald ein Aufenthalt über mehrere Monate geht, lohnt sich die steuerliche Beratung vor der Abreise. Das ist ein Bereich, in dem allgemeine Auskünfte im Netz besonders oft nicht auf den eigenen Fall passen.
Prüfe zuerst die aktuellen Bedingungen bei der Botschaft oder der zuständigen Behörde des Ziellandes. Diese Programme sind jung, werden häufig angepasst und teilweise auch wieder ausgesetzt. Was in einem Blogbeitrag vom Vorjahr steht, kann überholt sein.
Ob für die Einreise selbst ein Visum nötig ist und welches Reisedokument verlangt wird, kannst du vorab im Einreise-Check nachsehen.