Eine Reisekrankenversicherung für Marokko ist unverzichtbar. Die EU-Gesundheitskarte gilt hier nicht, und ein Sturz beim Toubkal-Trekking oder ein Hitzschlag in der Sahara kann ohne Absicherung schnell existenzbedrohend teuer werden.
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Die Behandlungskosten in Marokko sind für Touristen niedriger als in Westeuropa, aber absolut gesehen keineswegs gering. Ein Allgemeinarzt in einer Privatklinik kostet 20 bis 60 Euro pro Konsultation. Die Notaufnahme einer Privatklinik liegt bei 80 bis 250 Euro.
Ein stationärer Krankenhaustag schlägt mit 100 bis 350 Euro zu Buche. Auf der Intensivstation werden bis zu 1.200 Euro täglich fällig. Eine Operation nach einem Knochenbruch, zum Beispiel nach einem Sturz im Atlas, kostet 2.000 bis 6.000 Euro.
Zahnbehandlungen sind in Marokko vergleichsweise günstig und kosten zwischen 30 und 80 Euro. Der kritischste Posten ist der Ambulanzflug nach Deutschland, der mit 15.000 bis 35.000 Euro zu Buche schlägt und in voller Höhe selbst zu tragen ist, wenn keine Versicherung vorhanden ist.
Diagnostik in marokkanischen Privatkliniken kostet: Röntgen 25 bis 60 Euro, Ultraschall 40 bis 100 Euro, CT-Scan 150 bis 350 Euro, MRT 200 bis 500 Euro.
Eine ambulante Wundnaht nach Sturz oder Schnittverletzung liegt bei 50 bis 180 Euro. Eine Tetanus-Auffrischung kostet 20 bis 40 Euro.
Eine Tollwut-Postexpositionsprophylaxe mit vier Impfungen plus Immunglobulin kostet 200 bis 400 Euro.
Bei Magen-Darm-Infektionen mit ambulanter Infusion und Laborkontrolle solltest du mit 60 bis 200 Euro rechnen. Stationäre Aufnahme über zwei Nächte 600 bis 1.800 Euro.
Eine Sonnenstich-Behandlung mit Infusion und Klinikaufnahme kostet 200 bis 600 Euro.
Eine Skorpion-Stich-Behandlung mit Antivenin und stationärer Beobachtung 300 bis 1.000 Euro.
Eine Roller- oder Quad-Unfallversorgung mit OP, dreitägiger stationärer Aufnahme und Physiotherapie summiert sich auf 3.000 bis 8.000 Euro.
Eine Bergrettung per Helikopter aus dem Toubkal-Massiv durch die Gendarmerie Royale kostet 3.000 bis 10.000 Euro.
Gemessen am allgemeinen Preisniveau Marokkos sind Privatkliniken teuer. Wer keinen Versicherungsschutz nachweisen kann, wird oft zur Vorkasse aufgefordert. Der Ambulanzflug zurück nach Deutschland ist der teuerste Einzelposten und übersteigt im Ernstfall leicht das Zehnfache der Jahresprämie einer Reisekrankenversicherung.
Marokko ist eines der beliebtesten Reiseziele für Deutsche außerhalb der EU. Rund 300.000 bis 400.000 Reisende aus Deutschland besuchen jährlich die Königreiche von Marrakesch, das Labyrinth der Medina in Fès, die Dünen des Erg Chebbi bei Merzouga oder die Küste von Essaouira. Was viele dabei übersehen: Marokko ist weder EU-Mitglied noch gehört es zu den Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen hat.
Die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt ausschließlich innerhalb der EU und einiger europäischer Vertragsstaaten. In Marokko ist sie wertlos. Wer dort krank wird oder einen Unfall hat, zahlt als Privatpatient.
Das öffentliche Gesundheitssystem in Marokko ist für Touristen kaum geeignet: Öffentliche Krankenhäuser sind chronisch unterfinanziert, englischsprachige Versorgung ist selten, und die Behandlungsqualität variiert stark. Die beste Anlaufstelle für Touristen in Marrakesch ist die Clinique Internationale de Marrakech. In Casablanca und Rabat gibt es private Kliniken mit gutem Standard.
Außerhalb der Städte, also im Atlas-Gebirge oder in der Sahara, ist die medizinische Versorgung dünn bis nicht vorhanden. Ein Bergunfall am Toubkal bedeutet zunächst einen Abtransport per Maultier, bevor überhaupt ein Fahrzeug erreichbar ist. Eine Reisekrankenversicherung deckt nicht nur die Behandlungskosten vor Ort ab, sondern organisiert auch den Rücktransport nach Deutschland, wenn eine medizinisch notwendige Weiterbehandlung dort erforderlich ist.
Marokko hat sehr unterschiedliche Klimazonen. Die Hauptreisezeit für Marrakesch, Fès und die Königsstädte läuft Oktober bis April mit Tagestemperaturen zwischen 18 und 25 Grad.
Im Sommer (Juni bis September) erreichen Marrakesch und Fès 40 bis 45 Grad, in der Sahara bis 50 Grad. Hitzschlag und Dehydrierung sind dann die häufigsten Notfallgründe.
Die Atlas-Trekking-Saison läuft April bis Juni und September bis Oktober. Im Winter ist das Atlas-Skigebiet Oukaimeden bei Marrakesch geöffnet, Stürze und Kreuzbandrisse werden in Marrakesch versorgt.
An der Atlantikküste (Essaouira, Agadir, Taghazout) ist das Klima ganzjährig mild zwischen 18 und 28 Grad. Surfen ist ganzjährig möglich, mit Wellengang von Oktober bis April am stärksten.
Beim Versicherungsschutz solltest du Marokko in vier Versorgungs-Regionen denken. Casablanca und Rabat haben das beste medizinische Angebot mit modernen Privatkliniken. Marrakesch, Fès, Agadir und Tanger haben akzeptable Privatkliniken. Im Atlas-Gebirge und in der Sahara ist die nächste Klinik mehrere Stunden entfernt, Helikopter-Evakuierung wird Standard. Im Süden und im algerischen Grenzgebiet ist die Versorgungsdichte deutlich geringer.
Das häufigste medizinische Problem für Touristen in Marokko ist Magen-Darm-Erkrankungen. Street Food auf dem Djemaa el-Fna, Eiswürfel im Minztee und frische Salate können zu teils schweren Durchfallerkrankungen führen, die eine stationäre Behandlung erfordern. Hitzschlag ist das zweite große Risiko: Im Sommer erreichen die Temperaturen im Landesinneren und in der Sahara bis zu 45 Grad Celsius.
Motorroller-Unfälle in den engen Medinas von Marrakesch und Fès sind ebenfalls häufig und führen regelmäßig zu Knochenbrüchen. Beim Toubkal-Trekking im Atlas-Gebirge unterschätzen viele Touristen den Schwierigkeitsgrad: Der Gipfel liegt auf 4.167 Metern und erfordert im Winter Steigeisen. Schlangen und Skorpione kommen in Wüstenregionen vor und erfordern im Biss- oder Stichfall sofortigen medizinischen Zugang.
Streunende Hunde in Medinas und ländlichen Gebieten tragen Tollwutrisiko.
Höhenkrankheit am Toubkal ist ein häufig unterschätztes Risiko. Wer von Imlil (1.740 Meter) in zwei Tagen den Gipfel angeht, hat keine ausreichende Akklimatisierung. Akute Bergkrankheit, Höhenlungenödem und Höhenhirnödem sind dokumentiert.
In der Sahara ist Dehydrierung das Hauptrisiko. Die empfohlene Trinkmenge liegt bei vier bis sechs Liter Wasser pro Tag. Hitzschlag mit Bewusstlosigkeit erfordert sofortige medizinische Versorgung.
Skorpion-Stiche treten in der Sahara und im Süden auf. Die meisten Arten sind harmlos, einige (Androctonus, Buthus) sind gefährlich. Bei Stichen ist eine Klinik aufzusuchen, Antivenin ist in marokkanischen Kliniken vorhanden.
Tollwut durch streunende Hunde, Affen in Touristenorten (Atlas-Affen) und seltener Fledermäuse ist dokumentiert. Bei Tier-Kontakt mit Hautverletzung ist die Postexpositionsprophylaxe innerhalb von 24 Stunden Pflicht.
Hepatitis A ist in Marokko endemisch, eine Impfung vorab ist dringend empfohlen.
In den Sommermonaten treten an der Mittelmeerküste (Tanger, Tetouan) saisonal Quallen auf. Stiche sind schmerzhaft, selten lebensbedrohlich.
Im Atlas und in der Sahara sind Sandstürme (Chergui, Sirocco) saisonale Wetterereignisse. Atemwegsbeschwerden, Augenreizungen und Hitzeerschöpfung sind die Folge.
Verkehrsunfälle sind eine Hauptursache schwerer Verletzungen. Marokkanischer Stadtverkehr ist chaotisch, Mietfahrzeuge ohne Führerscheincheck verbreitet.
Die typischen Reiseziele in Marokko unterscheiden sich stark im Risikoprofil.
In Marrakesch und Fès dominieren Stürze in der Medina (enge Gassen, Stufen, Kopfsteinpflaster), Magen-Darm-Beschwerden und Hitzeerschöpfung. Polyclinique du Sud Marrakesch und Hôpital Hassan II Fès sind innerhalb von 30 Minuten erreichbar.
Im Atlas-Gebirge sind Trekking-Unfälle das Hauptthema. Der Toubkal (4.167 Meter, höchster Berg Nordafrikas) ist von Imlil aus in zwei Tagen erreichbar. Höhenkrankheit ab Refuge du Toubkal (3.207 Meter), Stürze auf Geröll und Erschöpfung sind dokumentierte Notfälle.
Im Hohen Atlas und im Anti-Atlas (M'Goun-Massiv, Jebel Saghro) ist die nächste Klinik oft drei bis fünf Stunden entfernt. Bergrettung erfolgt durch die Gendarmerie Royale per Helikopter.
In der Sahara (Erg Chebbi bei Merzouga, Erg Chigaga bei M'Hamid) sind Hitzschlag, Dehydrierung und Skorpion-Stiche die häufigsten Notfälle. Im Sommer erreichen die Temperaturen 50 Grad. Quad-Touren und Kamel-Trekking führen jährlich zu Sturzverletzungen.
An der Atlantik-Surfküste (Taghazout, Imsouane, Anchor Point bei Agadir) sind Brett-Verletzungen, Schulterluxationen und Surfer's Ear Standardbefunde. Das Hôpital Régional Agadir ist die nächste OP-fähige Klinik.
In Essaouira ist der Wind eine Risikoquelle für Kitesurfer. Stürze auf flacher See und Materialdefekte führen zu Notfällen.
Im Hammam können Verbrühungen und Stürze auf glattem Boden vorkommen, vor allem bei nicht ortskundigen Touristen.
In den Provinzen an der algerischen Grenze und im südlichen Sahel-Bereich gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Viele Tarife schließen Behandlungen in Reisewarnungsgebieten aus.
Das öffentliche Gesundheitssystem Marokkos ist für die lokale Bevölkerung konzipiert und für Touristen kaum geeignet. Staatliche Krankenhäuser arbeiten mit begrenzten Ressourcen und langen Wartezeiten. Touristen werden dort als Privatpatienten behandelt und müssen meist Vorkasse leisten.
Die Clinique Internationale de Marrakech ist die erste Adresse für Touristen in der beliebtesten Reisestadt des Landes. In Casablanca steht die Clinique du Parc zur Verfügung, in Rabat das CHU Ibn Sina. In Agadir versorgen die Clinique Assalam und die Clinique du Sud Strandtouristen.
Außerhalb der großen Städte, insbesondere im Atlas-Gebirge und in den Sahara-Regionen, ist die medizinische Versorgung extrem dünn. Hier beginnt ein Notfalltransport mit einem stunden- oder tagelangen Weg zur nächsten Straße.
Marokko hat eine zweiseitige Versorgung. Das staatliche System (CNOPS für Beamte, CNSS für Angestellte, RAMED für Bedürftige) ist für Touristen praktisch nicht nutzbar.
Die Privatmedizin ist in Casablanca, Rabat und Marrakesch auf gutem internationalem Niveau. Hôpital Cheikh Khalifa Casablanca ist eines der modernsten Krankenhäuser Afrikas.
Die Akdital-Gruppe betreibt 30 Privatkliniken landesweit, die Iceberg-Gruppe ist in den großen Städten vertreten. Direktrechnungsstellung an deutsche Tarife ist meist über die Notrufzentrale deines Tarifs zu organisieren.
In Marrakesch sind Polyclinique du Sud, Clinique Internationale und Polyclinique Yasmine zentrale Anlaufstellen mit englisch- und französischsprachigem Personal.
In Agadir versorgt das Hôpital Régional Hassan II die Surfregion und ist erste Anlaufstelle bei Atlantik-Verletzungen.
Im Atlas-Gebirge ist Imlil das letzte Dorf mit Krankenstation. Bei ernsten Fällen erfolgt die Verlegung nach Marrakesch, in Notfällen per Helikopter der Gendarmerie Royale.
In Tanger ist das Hôpital Privé de Tanger Standardadresse. Es rechnet mit europäischen Versicherern routinemäßig ab und versorgt Touristen aus Spanien und Gibraltar.
Apotheken sind in jeder größeren Stadt vertreten. Antibiotika und viele rezeptpflichtige Medikamente werden auch ohne Rezept abgegeben.
Im Notfall wählst du in Marokko 15 (SAMU, medizinischer Notruf) oder 150 (Feuerwehr/Rettung der DGPC). Die Polizei erreichst du unter 19, die Gendarmerie Royale (außerhalb Städte) unter 177.
Im Krankheitsfall ruf zuerst die deutschsprachige 24/7-Notrufzentrale deines Tarifs an. Sie übernimmt die Kostenzusage gegenüber Privatkliniken (prise en charge), sonst wird Vorkasse in Dirham oder Euro verlangt.
Direktdurchwahlen in Casablanca: Hôpital Cheikh Khalifa +212 5 29 00 49 49, Clinique Akdital +212 5 22 20 60 60, Polyclinique Anfa +212 5 22 36 90 36. In Rabat: Clinique Agdal +212 5 37 67 75 75, HMIM Mohammed V +212 5 37 67 19 41.
In Marrakesch: Polyclinique du Sud +212 5 24 44 79 99, Clinique Internationale +212 5 24 33 89 89. In Tanger: Hôpital Privé de Tanger +212 5 39 33 80 00.
Apotheken heißen Pharmacie, Notdienst (Pharmacie de Garde) ist täglich rotierend. Die Liste hängt im Schaufenster jeder Apotheke aus.
Hebe alle Originalbelege auf (Diagnose, Rezept, Quittungen). Rechnungen werden meist auf Französisch oder Arabisch ausgestellt, einige Privatkliniken bieten englische Übersetzung.
Die deutsche Botschaft in Rabat erreichst du unter +212 5 37 21 86 00. Generalkonsulat Casablanca +212 5 22 23 11 11. Honorarkonsulate gibt es in Marrakesch, Agadir und Tanger.
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlt außerhalb der EU grundsätzlich keine Leistungen. Marokko gehört nicht zum EU-Geltungsbereich. Du bist dort ohne zusätzliche Reisekrankenversicherung de facto unversichert, unabhängig davon, welche Kasse du hast. Das gilt für Touristen, Backpacker und Kurzurlauber gleichermaßen.
Selbst wer denkt, er könne einen Notfall aus eigener Tasche bezahlen, sollte bedenken, dass ein Ambulanzflug allein bis zu 35.000 Euro kostet. Eine Reisekrankenversicherung für Marokko ist für die meisten Reisenden die günstigste und verlässlichste Absicherung gegen diese Risiken.
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Tarif findenDie Heilbehandlungssumme sollte mindestens 500.000 Euro betragen, plus separate Übernahme des medizinisch sinnvollen Rücktransports nach Deutschland (Ambulanzflug 25.000 bis 50.000 Euro).
Direct-Billing mit Hôpital Cheikh Khalifa, Clinique Akdital, Polyclinique du Sud Marrakesch und Polyclinique Anfa Casablanca ist Standard bei großen deutschen Tarifen.
Wenn du den Toubkal oder M'Goun bestiegen willst, müssen Höhen über 4.000 Meter ausdrücklich eingeschlossen sein. Bergrettung ist auch in Marokko nicht in jedem Standardtarif.
Roller- und Quad-Klausel prüfen. Empfehlenswert sind Tarife, die Roller bis 50 ccm ohne deutsche Führerscheinpflicht und größere Maschinen mit gültigem Klasse-A1- oder A-Führerschein abdecken.
Surfen sollte als Standardsport ohne Zusatzprämie eingeschlossen sein. Die marokkanische Atlantikbrandung ist anspruchsvoll, Verletzungen dokumentiert.
Eine Klausel zur Tollwut-Postexpositionsprophylaxe ist sinnvoll. Sie kostet in Marokko 200 bis 400 Euro, Hundebisse durch streunende Hunde sind in Touristenorten nicht selten.
Eine Klausel zum Storno bei verschärfter Reisewarnung des Auswärtigen Amts ist sinnvoll, falls sich die Sicherheitslage in Grenzregionen verändert.
Marokko ist kein EU-Land und kein Schengen-Staat. Die europäische Krankenversicherungskarte ist hier vollkommen wertlos. Wer in Marrakesch, im Atlas-Gebirge oder in der Sahara einen medizinischen Notfall hat, wird als Privatpatient behandelt und muss im Zweifel Vorkasse leisten. Eine Reisekrankenversicherung organisiert die Kostenübernahme direkt mit der Klinik und stellt im Ernstfall auch den Rücktransport sicher.
Deutsche Staatsangehörige benötigen für Marokko kein Visum für Aufenthalte bis zu 90 Tagen. Der Reisepass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein. Eine EU-Karte oder ein anderer europäischer Gesundheitsausweis hat in Marokko keinerlei Gültigkeit. Einen formalen Nachweis einer Reisekrankenversicherung verlangen die marokkanischen Einreisebehörden nicht, faktisch ist sie aber unverzichtbar.
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