Auch bekannt als: ARKV, AKV, Reisekranken vs Auslandskranken
Auslandsreisekrankenversicherung ist die Kurz-Variante für Urlaube bis maximal 56 Tage pro Reise. Das Versicherungsjahr deckt mehrere Reisen ab, eine einzelne Reise darf 56 Tage nicht überschreiten. Auslandskrankenversicherung ist die Lang-Variante für durchgehende Auslandsaufenthalte von 2 bis 12 Monaten. Typisch für Work and Travel, Auslandssemester oder Sabbatical. Wer länger als 12 Monate bleibt oder dauerhaft auswandert, braucht eine internationale Krankenversicherung. Das ist ein dritter Produkttyp.
Vier-Wochen-Backpacking durch Vietnam: Auslandsreisekrankenversicherung. Sechs-Monate-Sabbatical durch Südostasien: Auslandskrankenversicherung. Auswanderung nach Spanien für mehrere Jahre: internationale Krankenversicherung. Der falsche Tarif wäre teurer (kurz-für-lang) oder hätte gar keinen Schutz nach Tag 57 (lang-für-kurz).
Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen. Ein Jahresvertrag für die Auslandsreisekrankenversicherung deckt beliebig viele Reisen innerhalb des Versicherungsjahres ab. Begrenzt ist nur die einzelne Reise.
Wer dreimal im Jahr drei Wochen verreist, ist also vollständig versichert. Wer einmal 70 Tage am Stück unterwegs ist, hat ab Tag 57 keinen Schutz mehr, obwohl der Vertrag läuft und bezahlt ist.
Der Schutz endet nicht mit einer Warnung, sondern schlicht mit dem Ablauf der vereinbarten Höchstdauer. Eine Behandlung an Tag 58 ist dann eine Rechnung, die du selbst trägst. Das ist besonders unangenehm, weil Langzeitreisende genau in dieser Phase erst richtig unterwegs sind.
Manche Tarife lassen sich vor Ablauf verlängern, andere nicht. Entscheidend ist, dass die Verlängerung vor Erreichen der Grenze beantragt wird. Rückwirkend geht es in aller Regel nicht.
Wenn beim Buchen noch ein dreiwöchiger Urlaub geplant war und daraus während der Reise ein halbes Jahr wird, ist der Wechsel in die Auslandskrankenversicherung schwierig. Viele Anbieter verlangen den Abschluss vor Reiseantritt oder zumindest, dass du dich noch in Deutschland befindest.
Wer ahnt, dass es länger werden könnte, wählt deshalb besser gleich die Langzeitvariante. Der umgekehrte Fall, also die Langzeitversicherung für einen Zweiwochenurlaub, kostet dagegen nur unnötig Geld und schadet sonst nicht.
Beide Produkte setzen voraus, dass dein Lebensmittelpunkt in Deutschland bleibt und du dorthin zurückkehrst. Wer dauerhaft auswandert oder den Wohnsitz abmeldet, fällt aus dieser Logik heraus und braucht eine internationale Krankenversicherung. Die ist kein Reiseprodukt mehr, sondern ein vollwertiger Krankenversicherungsschutz.