Auch bekannt als: Versicherungssumme, Höchstleistung, Maximalentschädigung
Die Deckungssumme ist der Höchstbetrag, den die Versicherung pro Schadensfall oder Versicherungsjahr übernimmt. Bei Reisekrankenversicherungen ist eine unbegrenzte Deckungssumme der beste Standard, weil ein Ambulanzjet aus Übersee sechsstellig wird, aus Australien bis zu 400.000 Euro, und intensivmedizinische Behandlung in den USA ebenfalls leicht sechsstellig ausfällt. Eine Deckungssumme von 100.000 Euro klingt viel, reicht im US-Notfall aber oft nicht. Achte auf die Formulierung: pro Versicherungsfall ist besser als pro Versicherungsjahr.
Ein Reisender in den USA hat einen Herzinfarkt, drei Tage Intensivstation und Ambulanzflug nach Deutschland. Gesamtkosten: 187.000 Euro. Tarif A mit Deckungssumme 100.000 Euro erstattet 100.000 Euro, der Kunde zahlt 87.000 Euro selbst. Tarif B mit unbegrenzter Deckungssumme erstattet die kompletten 187.000 Euro. Die Jahresprämie unterscheidet sich typisch nur um 2 bis 5 Euro.
Zwei Tarife können dieselbe Zahl nennen und trotzdem verschieden viel leisten. Gilt die Summe pro Versicherungsfall, steht sie bei jedem neuen Ereignis wieder voll zur Verfügung. Gilt sie pro Versicherungsjahr, ist der Topf nach einem großen Schaden für den Rest des Jahres leer.
Bei einem Jahresvertrag mit mehreren Reisen ist das ein realer Unterschied. Die Formulierung steht in den Bedingungen meist direkt neben der Summe.
In der Praxis scheitern Erstattungen seltener an der Deckungssumme als an einem Sublimit, also einer versteckten Einzelgrenze für eine bestimmte Leistung. Eine hohe Gesamtsumme nützt wenig, wenn die Zahnbehandlung separat gedeckelt ist.
Beim Vergleich lohnt sich deshalb der zweite Blick: erst die Gesamtsumme, dann die Liste der Einzelgrenzen.
Die Größe, an der sich alles bemisst, ist nicht der Arztbesuch, sondern die Kombination aus intensivmedizinischer Behandlung und Rücktransport. Genau dieser Fall ist selten, aber er ist der einzige, der eine Versicherung wirklich rechtfertigt.
Bei der Reisekrankenversicherung ist eine unbegrenzte Deckung tatsächlich üblich und nicht besonders teuer. Der Grund ist Statistik: Die ganz großen Schäden sind selten, also kostet ihre Absicherung im Schnitt wenig.
Wenn ein Tarif hier eine feste Zahl nennt, ist das deshalb ein Signal, den Rest der Bedingungen genauer zu lesen. Meist finden sich dann auch an anderer Stelle Grenzen.
In den Höchstbetrag fallen nicht nur Arzt und Klinik, sondern auch Medikamente, Transporte vor Ort, die Unterbringung einer Begleitperson und der Rücktransport. Bei einem schweren Fall kommen mehrere Posten zusammen.
Wer die Angemessenheit einer Summe prüfen will, sollte deshalb nicht nur an die Behandlungskosten denken.
Gilt die Summe je versicherter Person, ist alles unkompliziert. Gilt sie für den Vertrag insgesamt, teilen sich alle Mitreisenden einen Topf.
Bei einem Ereignis, das mehrere Personen betrifft, etwa einem Verkehrsunfall auf der gemeinsamen Fahrt, ist das der Unterschied, auf den es ankommt.