Auch bekannt als: Eigenanteil, Franchise, Deductible
Der Selbstbehalt ist der Betrag, den du im Schadensfall selbst trägst, bevor die Versicherung leistet. Ein höherer Selbstbehalt senkt die Jahresprämie, kostet dich aber im Ernstfall mehr aus eigener Tasche. Wichtig zu unterscheiden: pro Versicherungsfall oder pro Reise oder prozentual.
Eine Reisende in Thailand hat 4.200 Euro Behandlungskosten nach einem Motorrad-Sturz. Die Versicherung erstattet 4.100 Euro, sie zahlt 100 Euro selbst.
Ein fester Betrag pro Versicherungsfall wird bei jedem Ereignis erneut fällig. Ein Selbstbehalt pro Reise oder pro Versicherungsjahr fällt dagegen nur einmal an, egal wie oft du zum Arzt musst.
Die dritte Variante ist ein prozentualer Anteil. Der ist bei kleinen Rechnungen harmlos und wird genau dann unangenehm, wenn es teuer wird, also im einzigen Fall, für den du die Versicherung eigentlich abgeschlossen hast.
Ein Selbstbehalt senkt den Beitrag und ist sinnvoll, wenn du kleinere Beträge ohnehin selbst tragen würdest, statt für jede Kleinigkeit einen Antrag zu stellen.
Unpassend ist er, wenn er prozentual ausfällt oder wenn du mit Kindern reist. Bei einer Familie summieren sich mehrere Einzelfälle schnell.
Der Selbstbehalt wirkt von unten, er kappt den Anfang der Rechnung. Deckungssumme und Sublimit wirken von oben, sie kappen das Ende. Ein Tarif kann beides haben, und beide Effekte treffen im Schadensfall zusammen.
Die Ersparnis beim Beitrag steigt nicht linear mit dem Selbstbehalt. Der Sprung von null auf einen kleinen Betrag bringt anteilig am meisten, weil damit die vielen kleinen Erstattungen wegfallen, die den Verwaltungsaufwand treiben.
Wer den Selbstbehalt darüber hinaus weiter erhöht, kauft sich immer weniger Ersparnis für immer mehr Eigenrisiko. Das ist der Punkt, an dem sich die Rechnung meist nicht mehr lohnt.
Ein Jahresvertrag deckt mehrere Reisen ab. Ist der Selbstbehalt pro Versicherungsfall vereinbart, fällt er bei jeder einzelnen Erkrankung erneut an, auch auf derselben Reise und auch bei zwei Arztbesuchen aus verschiedenen Gründen.
Wer regelmäßig unterwegs ist, fährt mit einer Regelung pro Reise oder pro Jahr deutlich besser, selbst wenn der genannte Betrag höher aussieht.
Manche Tarife setzen den Selbstbehalt nur für ambulante Behandlungen an und lassen stationäre Fälle davon unberührt. Andere nehmen den Rücktransport ausdrücklich aus.
Das ist die angenehmere Variante, weil sie genau dort greift, wo es um kleine Beträge geht, und im großen Schadensfall nicht zusätzlich belastet.