Auch bekannt als: Makler vs Vertreter, Versicherungsvermittler
Beide vermitteln Versicherungen, ihre rechtliche Stellung ist aber unterschiedlich. Versicherungsmakler arbeiten im Auftrag des Kunden. Sie haben eine Pflicht zur Kundeninteressen-Wahrung und müssen passende Tarife verschiedener Anbieter prüfen. Versicherungsvertreter arbeiten im Auftrag eines bestimmten Versicherers und vermitteln nur dessen Tarife. Wer fairen Vergleich will, sollte einen Makler beauftragen. Beide werden vom Versicherer provisioniert, der Makler ist aber dem Kunden gegenüber haftbar.
Eine Familie sucht eine Auslandskrankenversicherung für sechs Monate Weltreise. Versicherungsvertreter eines großen Versicherers: empfiehlt nur den Tarif seines Hauses, auch wenn ein anderer günstiger und passender wäre. Versicherungsmakler: prüft acht Tarife verschiedener Anbieter und empfiehlt den objektiv besten. Bei einem Schadensfall vertritt der Makler die Familie gegenüber dem Versicherer, der Vertreter steht auf Seite seines Versicherers.
Der Unterschied ist keine Feinheit im Kleingedruckten, sondern eine Frage des Auftrags. Ein Versicherungsvertreter ist vom Versicherer beauftragt und vertritt dessen Interessen. Ein Versicherungsmakler ist vom Kunden beauftragt und vertritt dessen Interessen.
Das wirkt sich vor allem dann aus, wenn es unangenehm wird. Lehnt der Versicherer eine Leistung ab, steht der Makler auf deiner Seite, weil du sein Auftraggeber bist. Der Vertreter steht in dieser Situation auf der Seite seines Hauses.
Das überrascht viele: Auch der Makler bekommt seine Vergütung in aller Regel als Provision vom Versicherer, nicht als Honorar vom Kunden. Die Beratung ist für dich damit kostenfrei, der Anteil steckt im Beitrag.
Das ist kein Widerspruch zur Kundenvertretung, aber ein Punkt, den ein seriöser Vermittler von sich aus offenlegt und nicht auf Nachfrage.
Ein Makler haftet dir gegenüber für seine Empfehlung. Empfiehlt er einen Tarif, der für deinen Fall erkennbar ungeeignet ist, ist das sein Risiko. Beim Vertreter liegt die Verantwortung beim Versicherer, den er vertritt.
Deshalb dokumentieren Makler, was du gesucht hast und warum eine bestimmte Lösung empfohlen wurde. Diese Dokumentation solltest du aufbewahren, sie ist im Streitfall dein Beleg.
Ein Vertreter nennt in der Regel einen Versicherer, für den er arbeitet. Ein Makler nennt keinen, weil er keinem verpflichtet ist. Wenn du unsicher bist, ist die direkte Frage nach Status und Vergütung völlig üblich und muss beantwortet werden.