Für Ägypten ist bei Direkteinreise aus Deutschland keine Impfung vorgeschrieben. Das größte Gesundheitsrisiko ist ohnehin keines, gegen das geimpft wird, sondern das Wasser: im Glas wie im Nil.
Vorgeschrieben ist bei Direkteinreise aus Deutschland nichts. Ein Gelbfieber-Nachweis wird nur verlangt, wenn du aus einem Gelbfiebergebiet einreist, dann ab einem Alter von neun Monaten.
Empfohlen wird Hepatitis A für praktisch alle Reisenden. Bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition kommen Denguefieber, Hepatitis B, Typhus, Tollwut und die Meningokokken-Krankheit ACWY dazu. Der Standardschutz nach STIKO sollte aktuell sein, besonders gegen Masern.
Das ist der Punkt, der Ägypten von anderen Badezielen unterscheidet. Beim Baden in Süßwassergewässern besteht die Gefahr einer Schistosomiasis, also Bilharziose, insbesondere im Nildelta. Die Erreger dringen durch die Haut ein, ein Schluck Wasser ist dafür nicht nötig.
Praktisch heißt das: kein Baden im Nil und in Kanälen, auch nicht kurz. Das Rote Meer ist davon nicht betroffen, Bilharziose ist ein reines Süßwasser-Thema.
Die häufigste Beschwerde bei Ägypten-Reisen bleibt der Durchfall. Das Auswärtige Amt rät ausdrücklich, ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs zu trinken und nie Leitungswasser, dazu Vorsicht bei rohem Obst, Gemüse und nicht durchgegartem Fleisch.
Auf Nilkreuzfahrten und bei Rundreisen mit wechselnder Verpflegung steigt das Risiko, weil du weniger Kontrolle über die Zubereitung hast. Genau dort wird auch Typhus als Zusatzimpfung interessant.
An der Rotmeer-Küste, besonders im Raum Hurghada, übertragen tagaktive Mücken das Denguefieber. Mückenschutz gehört dort also auch tagsüber dazu, nicht nur abends. Daneben kommen West-Nil-Fieber und Leishmaniose vor.
Ein Hinweis, der selten irgendwo steht: Hepatitis C kann bei unsauberen medizinischen Verfahren übertragen werden. Umso wichtiger ist im Ernstfall eine Klinik mit verlässlichem Standard. Was eine Behandlung dort kostet, steht auf der Seite zur Reisekrankenversicherung für Ägypten.