Indien ist eines der wenigen Reiseziele, für die Typhus gleichrangig neben Hepatitis A empfohlen wird. Und es ist das Land, in dem das Tollwutrisiko am deutlichsten benannt wird.
Für die meisten Reiseziele wird Hepatitis A als Basis genannt und Typhus nur bei längeren Reisen. Für Indien werden beide zusammen empfohlen. Das hat mit der Übertragung über Wasser und Lebensmittel zu tun, die sich im indischen Reisealltag kaum vermeiden lässt.
Nach individueller Indikation kommen Chikungunya-Fieber, Denguefieber, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis und Tollwut dazu. Der Standardschutz nach STIKO-Impfkalender sollte aktuell sein.
Ein Gelbfieber-Nachweis ist nur nötig, wenn du aus einem Gelbfiebergebiet einreist, dann ab einem Alter von neun Monaten. Die Kontrolle gilt als streng.
Das Auswärtige Amt formuliert für Indien ungewöhnlich deutlich: Landesweit besteht ein hohes Risiko für Tollwut durch Bissverletzungen von streunenden Hunden, Katzen und selten auch Affen.
Das betrifft nicht nur abgelegene Gegenden. Streunende Hunde gehören in indischen Städten zum Straßenbild, Affen sind an Tempelanlagen allgegenwärtig. Nach jedem Biss oder Kratzer gilt: Wunde sofort gründlich waschen und umgehend ärztliche Hilfe suchen, unabhängig vom Impfstatus.
Indien ist zu groß für eine pauschale Aussage. Ein ganzjährig hohes Risiko besteht in Chhattisgarh, ein mittleres unterhalb von 2.500 Metern in östlichen und nordöstlichen Teilgebieten. Für die übrigen Gebiete unter 2.500 Metern gilt ein geringes Risiko, ausdrücklich auch für New Delhi und die Küstenstädte.
Ab 2.500 Metern gilt das Land als malariafrei, was für Reisen nach Ladakh oder in die Bergregionen relevant ist. Die regionale Verteilung steht im Ratgeber zu den Malariagebieten.
Chikungunyafieber wird vor allem während und unmittelbar nach der Regenzeit übertragen, Denguefieber tritt besonders an den Küsten und in den Städten auf. Beide über tagaktive Mücken, Mückenschutz gehört also auch in die Mittagsstunden.
Ein Punkt, der keine Impffrage ist, aber die Reiseplanung beeinflusst: Die Luftverschmutzung in den Städten hat erheblich zugenommen, im Winter ist die Belastung in den Metropolen besonders hoch. Wer Atemwegsprobleme hat, sollte das bei der Wahl der Reisezeit bedenken.
Was eine Behandlung in einer Privatklinik und ein möglicher Rücktransport kosten, steht auf der Seite zur Reisekrankenversicherung für Indien.