Für Thailand ist keine Impfung vorgeschrieben, wenn du direkt aus Deutschland einreist. Empfohlen wird trotzdem einiges, und beim Thema Malaria kursieren mehr Halbwahrheiten als bei fast jedem anderen Reiseziel.
Wenn du direkt aus Deutschland nach Thailand fliegst, verlangt niemand einen Impfnachweis. Anders sieht es aus, wenn du aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder dort länger als zwölf Stunden im Transit warst: Dann ist ab einem Alter von neun Monaten ein Gelbfieber-Nachweis Pflicht.
Als Reiseimpfung steht Hepatitis A an erster Stelle, weil die Übertragung über Wasser und Lebensmittel läuft. Bei längerem Aufenthalt oder besonderer Exposition kommen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und die Japanische Enzephalitis dazu. Neu ist, dass auch Impfungen gegen Denguefieber und Chikungunya in diese Gruppe fallen.
Unabhängig davon sollte der Standardschutz nach STIKO-Impfkalender aktuell sein, insbesondere gegen Masern. Das wird vor Fernreisen am häufigsten übersehen.
Hier liegt das größte Missverständnis. Für die klassischen Reiseziele gilt nur ein geringes Malariarisiko, ausdrücklich auch für Phuket, Koh Samui und Koh Phangan. Ein mittleres Risiko besteht auf der Insel Little Koh Chang und im Grenzgürtel zu Myanmar.
Wer also zwei Wochen Strandurlaub auf einer der großen Inseln plant, bewegt sich nicht im Hochrisikogebiet. Wie das Risiko regional verteilt ist, steht im Ratgeber zu den Malariagebieten.
Denguefieber wird landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen, vor allem während der Regenzeit von Mai bis Oktober. Anders als bei Malaria hilft hier kein Abendritual: Diese Mücken stechen tagsüber.
Praktisch heißt das Repellent auch am Vormittag, nicht nur zur Dämmerung. Eine Dengue-Impfung gibt es inzwischen, sie wird aber nur bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition empfohlen und gehört in die reisemedizinische Beratung.
Tollwut wird als Reiseimpfung genannt, relevant wird sie bei Kontakt zu streunenden Hunden und Affen. Wer länger bleibt, mit dem Roller unterwegs ist oder abseits der Zentren reist, sollte das Thema in der Beratung ansprechen.
Das Auswärtige Amt nennt für Thailand außerdem die Luftverschmutzung in Bangkok und Chiang Mai, Durchfallerkrankungen sowie Melioidose und Leptospirose. Beides sind Erkrankungen, die über Boden- und Wasserkontakt übertragen werden und in der Regenzeit häufiger auftreten.
Keine dieser Impfungen ersetzt den Versicherungsschutz. Sie senken das Risiko, sie zahlen aber keine Behandlung. Was Arzt, Klinik und Rücktransport in Thailand kosten, steht auf der Seite zur Reisekrankenversicherung für Thailand.