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Mittleres Risiko

Auslandskrankenversicherung für Großbritannien

Die Auslandskrankenversicherung Großbritannien ist seit dem Brexit für alle deutschen Reisenden mit längerem Aufenthalt in England, Schottland und Wales Pflicht – denn die EHIC gilt hier nicht mehr. Privatärzte verlangen 200–500 £ pro Konsultation, und ein Tag in einer britischen Privatklinik kostet bis zu 3.000 £.

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Zuletzt aktualisiert: 4. Mai 2026

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Das wichtigste in 30 Sekunden

  • Post-Brexit: Die EHIC ist in Großbritannien ungültig – EU-Bürger sind ohne eigene Versicherung komplett ungeschützt.
  • Privatarzt in London: 200–500 £; Privatklinik bis 3.000 £/Tag – zu den teuersten Gesundheitskosten in Europa.
  • Für Reisende mit längerem Aufenthalt in England, Schottland oder Wales: Auslandskrankentarif mit GB-Deckung vor Abreise vergleichen.

Typische Behandlungskosten in Großbritannien

Arzt (Privatpraxis)200–500 £
Krankenhaus / Tag (Privatklinik)1.000–3.000 £
Notaufnahme (Privatklinik)600–1.500 £
Zahnbehandlung150–400 £
Ambulanzflug nach Deutschland8.000–15.000 €

Das britische Gesundheitssystem ist zweigleisig: Ein öffentlicher NHS, der für Einwohner (und in Notfällen für alle) kostenlos ist, und ein starker privater Sektor, der für alle anderen zugänglich ist. Als Reisender mit längerem Aufenthalt ohne UK-Wohnsitz endest du im privaten Bereich. Ein Arztbesuch in einer Privatpraxis kostet 200 bis 500 £. Ein Tag in einer Privatklinik schlägt mit 1.000 bis 3.000 £ zu Buche – das ist europaweit einer der teuersten Standorte. Die Notaufnahme einer Privatklinik liegt bei 600 bis 1.500 £. Zahnbehandlungen kosten 150 bis 400 £. Der Ambulanzflug nach Deutschland ist mit 8.000 bis 15.000 € vergleichsweise günstig – aber trotzdem eine erhebliche Summe.

Vorsorge und Routine-Behandlung im Detail

Bei Langzeitaufenthalten fällt nicht nur Akutmedizin an. Routine-Hausarztbesuche, Vorsorge-Untersuchungen, Zahnvorsorge und Augenarzt sind regelmäßige Posten.

In UK kostet ein Privatarzt-Besuch 100 bis 300 GBP.

Eine Vorsorge-Untersuchung 200 bis 600 GBP im Privatbereich.

Ein MRT 500 bis 1.500 GBP im Privatbereich.

Eine Zahnreinigung 60 bis 200 GBP.

Mit gültiger GHIC im NHS für Akutfälle.

Eine Schwangerschaftsvorsorge mit Ultraschall, Bluttests und Geburtsvorbereitung kostet über 9 Monate je nach Land 800 bis 4.000 Euro im Privatbereich.

Eine Zahnvorsorge mit professioneller Zahnreinigung und Kontrolle 60 bis 200 Euro pro Termin.

Eine Augenarzt-Kontrolle mit Sehtest 50 bis 150 Euro.

Eine Frauenarzt-Vorsorge mit Krebsabstrich 60 bis 200 Euro.

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Großbritannien zieht Jahr für Jahr Hunderttausende Deutsche an: als Studierende, Sprachschüler, Working-Holiday-Reisende, Reisende mit längerem Aufenthalt, die London, Edinburgh oder die schottischen Highlands erkunden wollen. Seit dem Brexit hat sich die Situation für EU-Bürger grundlegend geändert: Die EHIC gilt nicht mehr, und das NHS (National Health Service) steht für Ausländer mit deutschem Wohnsitz nur in echter Notfallsituation kostenlos offen. Wer mehrere Monate in Großbritannien bleibt, braucht eine Auslandskrankenversicherung – ohne sie kann selbst ein normaler Arztbesuch mehrere Hundert Pfund kosten.

Saisonalität und Aufenthalts-Logik

Großbritannien ist seit Brexit nicht mehr in der EU. EHIC wurde durch GHIC ersetzt.

Studienjahre starten im September/Oktober.

Sprachreisen sind ganzjährig möglich.

Au-Pair-Stellen starten meist im Sommer (Juli/August).

Beim Versicherungsschutz solltest du UK in vier Versorgungs-Regionen denken. London mit privaten Spitzenkliniken. Manchester, Birmingham, Edinburgh, Glasgow gut. In ländlichen Regionen NHS Hauptanlaufstelle. Schottische Highlands und Inseln längere Anfahrten.

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Gesundheitsrisiken in Großbritannien

Die häufigsten Risiken für Reisende mit längerem Aufenthalt in Großbritannien sind Verkehrsunfälle (Linksverkehr – Achtung für Fußgänger und Radfahrer!), Outdoor-Unfälle in schottischen Highlands oder dem Lake District sowie Erkältungskrankheiten durch das feuchte britische Klima. In London ist Taschendiebstahl ein Risiko, aber kein Gesundheitsthema. Für Kletterer und Wanderer in Wales, Schottland und dem Peak District gilt: Bergrettungen können aufwändig und teuer sein. Im Winter sind vereiste Wege in schottischen Bergregionen gefährlich.

Langzeit-spezifische Risiken

Bei Aufenthalten über mehrere Monate treten Risiken auf, die bei Kurzreisen kaum eine Rolle spielen.

Anpassungserkrankungen treffen viele Langzeitreisende. Heimweh, Kulturschock und sozialer Stress führen zu Schlafstörungen, Angstzuständen und depressiven Episoden.

Burnout bei Au-Pair-Stellen, Praktikanten und Sprachreisenden ist dokumentiert.

Sport-Verletzungen sind über Monate häufiger als bei Kurzreisen.

Chronische Erkrankungen können sich verschlechtern, wenn Vorsorge oder Medikation unterbrochen wird.

Suchtprobleme (Alkohol, Drogen) treten bei Langzeitaufenthalten in fremden sozialen Kontexten häufiger auf.

Sexuell übertragbare Infektionen sind bei längeren Aufenthalten statistisch wahrscheinlicher. Vorsorge und Tests gehören zur Routine.

Typische Routen & Risiken in Großbritannien

Typische Aufenthaltsformen in Großbritannien

Studienaufenthalte (Oxford, Cambridge, LSE, UCL, KCL) sind 9 bis 12 Monate. Health Surcharge bei der Visa-Beantragung.

Sprachreisen (Englisch) in London, Brighton, Bournemouth und Cambridge 2 bis 6 Monate.

Au-Pair-Stellen in englischen Familien 6 bis 12 Monate.

Praktika in London (Finance, Tech, Kreativ) dauern 3 bis 12 Monate.

Wandern auf dem Pennine Way, in Schottland und Wales über Wochen oder Monate.

Seit Brexit gilt das GHIC statt EHIC, mit ähnlicher Funktion.

Das Gesundheitssystem

Der britische NHS ist weltweit bekannt und bietet für seine Einwohner exzellente Versorgung. In echten Notfällen – lebensbedrohliche Situationen – behandelt der NHS auch ausländische Gäste kostenlos. Sobald es aber um elektive Behandlungen oder nicht-dringende Beschwerden geht, entstehen Kosten für Nicht-Einwohner. Der private Sektor in Großbritannien ist gut entwickelt: Kliniken wie Bupa, Nuffield Health oder HCA Healthcare bieten internationalen Standard. In London gibt es viele Privatärzte, die mehrsprachig oder deutsch-sprachig sind. Mit einer Auslandskrankenversicherung hast du Zugang zu diesem Netzwerk.

Hausarzt-Suche und Direktabrechnung

Bei Aufenthalten über 3 Monate solltest du dir vor Ort einen Hausarzt suchen. Sprachschule, Au-Pair-Familie oder Arbeitgeber kennen oft Empfehlungen.

In UK ist NHS das staatliche System mit GP als Hausarzt-Türöffner. Private Anbieter The London Clinic, Cromwell, Wellington, BMI Healthcare, BUPA, Spire Healthcare ergänzen.

Die Direktabrechnung mit der Auslandskrankenversicherung funktioniert in den meisten Privatkliniken über den Letter of Guarantee, der durch die deutschsprachige Notrufzentrale ausgestellt wird.

Bei Hausarzt-Besuchen ist meist Vorkasse Standard. Du reichst die Belege bei der Versicherung ein und bekommst die Erstattung in der Regel innerhalb von 4 Wochen.

Apotheken in deiner Stadt solltest du früh kennenlernen. Notdienst-Apotheken sind je nach Land unterschiedlich geregelt.

Wer eine Dauermedikation braucht, sollte frühzeitig prüfen, ob das Medikament im Reiseland verfügbar ist.

Im Notfall vor Ort

Notruf und Hausarzt in Großbritannien

Im Notfall wählst du in UK 999 oder 112. Englischsprachige Vermittlung Standard.

Bei Langzeitaufenthalten suchst du dir früh einen GP. Ohne GP-Registrierung sind viele NHS-Leistungen nicht zugänglich.

Direktdurchwahlen: The London Clinic +44 20 7935 4444, Cromwell Hospital London +44 20 7460 2000, BMI Healthcare (mehrere Standorte).

Apotheken (Pharmacy) der Ketten Boots, LloydsPharmacy, Tesco Pharmacy.

Die deutsche Botschaft in London (+44 20 7824 1300), Generalkonsulat Edinburgh.

Brauche ich eine Auslandskrankenversicherung?

Ja – und das ist seit dem Brexit keine Frage mehr. Die EHIC gilt in Großbritannien nicht mehr. Als EU-Bürger ohne eigene Versicherung bist du bei allen nicht-notfallmäßigen Behandlungen auf Eigenkosten angewiesen – und das britische Privatsystem ist teuer. Die gesetzliche Krankenversicherung hat in Großbritannien nach dem Brexit keine Leistungspflicht. Eine Auslandskrankenversicherung ist der einzig sinnvolle Schutz für Aufenthalte ab drei Monaten.

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Worauf du beim Tarifvergleich achten solltest

Tarif-Checkliste für den Langzeitaufenthalt

Auslandskrankenversicherungen für Großbritannien sind auf Aufenthalte zwischen 2 und 12 Monaten zugeschnitten. Die maximale Vertragsdauer beträgt bei den meisten Tarifen 12 oder 24 Monate.

Die Heilbehandlungssumme sollte unbegrenzt oder mindestens 1 Million Euro betragen. Bei Langzeitaufenthalten ist die Wahrscheinlichkeit für ernsthafte Behandlungen deutlich höher als bei Kurzreisen.

Vorsorge-Untersuchungen und Routine-Hausarzt-Besuche sollten ausdrücklich eingeschlossen sein. Nicht jeder Tarif deckt das ab.

Zahnbehandlung und Zahnersatz sind bei Langzeitaufenthalten besonders relevant. Wartezeiten und Höchstgrenzen prüfen.

Schwangerschaft und Geburt sind bei manchen Tarifen ausgeschlossen oder nur mit Wartezeit nach Vertragsbeginn abgedeckt.

Visumsnachweis und Sprachschulbescheinigung werden bei manchen Tarifen verlangt.

Großbritannien ist nach dem Brexit ein teures Pflaster ohne Netz für EU-Bürger. Der NHS behandelt Notfälle kostenlos, aber sobald du keinen Wohnsitz im Land hast, entstehen Kosten. Eine Auslandskrankenversicherung gibt dir Zugang zu privaten Ärzten und garantiert im Ernstfall den Rücktransport nach Deutschland.

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Quick Facts

Versicherungspflicht
Nein (6 Monate visumfrei, kein NHS-Anspruch)
Empf. Deckung
500.000 € + Evakuierung
GKV-Leistung
Keine (EHIC seit Brexit ungültig)
Impfungen
Standardimpfschutz ausreichend; ggf. FSME bei Outdoor in Schottland
Notfallnummer
999 (UK-Notruf) oder 112 (EU-Standard)

Unser Tipp

In London kannst du als Digitaler Nomad ohne Probleme längere Zeit leben – aber achte darauf, beim ersten Arztbesuch die Kosten im Blick zu haben. Private Allgemeinärzte in Zentral-London verlangen bis zu 500 £ pro Besuch. Mit einem Auslandskrankentarif ist das kein Problem.

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Visa & Versicherungspflicht

Deutsche können seit dem Brexit noch 6 Monate visumfrei nach Großbritannien (England, Schottland, Wales) einreisen – aber nicht mehr arbeiten. Für Arbeit, längere Studienaufenthalte oder Working Holiday ist ein UK-Visum (z.B. Youth Mobility Scheme für unter 30-Jährige) erforderlich. Eine Versicherungspflicht bei Einreise gibt es nicht offiziell, für viele Visakategorien wird aber ein Versicherungsnachweis benötigt. Nordirland gehört zum UK, aber durch das Common Travel Area auch zum irischen Reisebereich.

Häufige Fragen

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