Wer länger als sechs Wochen auf Island bleibt, als Reisender mit längerem Aufenthalt in Reykjavik arbeitet oder die Insel auf der Ringstraße ausgiebig erkundet, braucht eine Auslandskrankenversicherung, die auch Eigenanteile und teure Hubschrauberrettungen abdeckt.
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Bei einem längerer Auslandsaufenthalt auf Island summieren sich die Kosten anders als bei einem Zwei-Wochen-Urlaub. Allgemeinärztliche Besuche kosten 40 bis 80 Euro je Besuch inklusive Eigenanteil. Wer im Winter auf den F-Straßen unterwegs ist und sich eine Erkältung einfängt oder ausrutscht, hat nach wenigen Wochen schon mehrere Arztbesuche hinter sich. Eine stationäre Behandlung im Landspítali liegt bei 300 bis 700 Euro pro Tag. Zahnarztbesuche sind in Island teurer als in Deutschland: Eine einfache Zahnreinigung kostet 100 bis 200 Euro, eine Füllung 150 bis 300 Euro, eine Notfall-Extraktion bis zu 600 Euro. Keiner dieser Zahnarztkosten wird von der EU-Karte übernommen. Der absolute Worst Case bleibt der Hubschrauber: 5.000 bis 20.000 Euro für eine SAR-Rettung, die bei Gletschertouren oder Hochlandabenteuern schneller notwendig wird, als man denkt.
Bei Langzeitaufenthalten fällt nicht nur Akutmedizin an. Routine-Hausarztbesuche, Vorsorge-Untersuchungen, Zahnvorsorge und Augenarzt sind regelmäßige Posten.
In Island kostet ein Hausarzt-Besuch im Privatsektor 100 bis 250 Euro.
Eine Vorsorge-Untersuchung 200 bis 600 Euro im Privatbereich.
Ein MRT 500 bis 1.200 Euro im Privatbereich.
Eine Zahnreinigung 80 bis 200 Euro.
Eine Schwangerschaftsvorsorge mit Ultraschall, Bluttests und Geburtsvorbereitung kostet über 9 Monate je nach Land 800 bis 4.000 Euro im Privatbereich.
Eine Zahnvorsorge mit professioneller Zahnreinigung und Kontrolle 60 bis 200 Euro pro Termin.
Eine Augenarzt-Kontrolle mit Sehtest 50 bis 150 Euro.
Eine Frauenarzt-Vorsorge mit Krebsabstrich 60 bis 200 Euro.
Island hat sich in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Ziele für Reisende mit längerem Aufenthalt und Naturenthusiasten entwickelt. Reykjavik bietet eine lebendige Szene mit Co-Working-Spaces, exzellenter Infrastruktur und einem der höchsten Lebensstandards der Welt. Wer länger bleibt, erkundet die Ringstraße über Wochen, verbringt den Sommer in der Midnight-Sun-Landschaft oder arbeitet remote aus einer Fischerhütte am Westfjord. Eine Auslandskrankenversicherung für Island unterscheidet sich von der klassischen Kurzzeit-Reisekrankenversicherung vor allem durch die Laufzeit und die Summenkapazität: Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt mit vollem Outdoor-Programm können Eigenanteile, kleine Behandlungen und im schlimmsten Fall ein Rettungseinsatz zusammen eine erhebliche Summe erreichen. Die EU-Karte ist als EWR-Mitglied zwar aktiv, aber sie ist kein Vollschutz, der für einen längerer Auslandsaufenthalt in dieser Risikoumgebung ausreicht.
Island ist EWR-Mitglied. EHIC gilt mit Eigenanteilen.
Hauptreisezeit Sommer Juni bis August (Mitternachtssonne).
Polarlichter-Saison Oktober bis März.
Saisonarbeit in Tourismus Juni bis September.
Beim Versicherungsschutz solltest du Island in drei Versorgungs-Regionen denken. Reykjavík mit Landspítali ist die einzige umfassende Klinik. Akureyri im Norden ergänzt. In den Westfjorden, im Hochland und auf den Westmännerinseln sehr dünn.
Reisende mit längerem Aufenthalt auf Island sind anderen Risiken ausgesetzt als Kurzurlauber. Wer mehrere Monate bleibt, erlebt den isländischen Winter mit Temperaturen bis -20 Grad, Eisstraßen und Polarnacht. Wintersport an Bláfjöll oder Hlíðarfjall birgt Verletzungsrisiken, die Rettung in entlegene Gebiete ist zeitaufwendig. Trekker mit längerem Aufenthalt auf der Laugavegur-Route oder der Fimmvörðuháls-Strecke sind tagelang in der Wildnis ohne Mobilfunknetz. Digitale Nomaden unterschätzen oft die mentale Belastung der Polarnacht und die Gefahr von Unfällen bei Glatteis in Reykjavik. Die Auslandskrankenversicherung deckt all das ab und muss bei einem mehrmonatigen Island-Aufenthalt explizit SAR-Rettungen einschließen.
Bei Aufenthalten über mehrere Monate treten Risiken auf, die bei Kurzreisen kaum eine Rolle spielen.
Anpassungserkrankungen treffen viele Langzeitreisende. Heimweh, Kulturschock und sozialer Stress führen zu Schlafstörungen, Angstzuständen und depressiven Episoden.
Burnout bei Au-Pair-Stellen, Praktikanten und Sprachreisenden ist dokumentiert.
Sport-Verletzungen sind über Monate häufiger als bei Kurzreisen.
Chronische Erkrankungen können sich verschlechtern, wenn Vorsorge oder Medikation unterbrochen wird.
Suchtprobleme (Alkohol, Drogen) treten bei Langzeitaufenthalten in fremden sozialen Kontexten häufiger auf.
Sexuell übertragbare Infektionen sind bei längeren Aufenthalten statistisch wahrscheinlicher. Vorsorge und Tests gehören zur Routine.
Working-Holiday und Saisonarbeit in Tourismus 3 bis 12 Monate.
Studienaufenthalte an Universität Reykjavík oder Háskóli Íslands 5 bis 12 Monate.
Sprachreisen (Isländisch) sind selten, da Englisch flächendeckend gesprochen wird.
Volunteer-Aufenthalte (Naturschutz, Wildlife) 1 bis 6 Monate.
Sabbatical mit Roadtrips auf der Ringstraße 1 bis 3 Monate.
In Island sind Wetterumschwünge das größte Risiko.
Das isländische Gesundheitssystem ist hochentwickelt, öffentlich finanziert und sprachlich zugänglich: Fast alle medizinischen Fachkräfte sprechen ausgezeichnetes Englisch. Das Landspítali University Hospital in Reykjavik ist das Flaggschiff mit allen Fachrichtungen. Akureyri im Norden hat ein eigenes Regionalkrankenhaus, das die nördliche Insel versorgt. In kleineren Ortschaften gibt es Gesundheitszentren mit Grundversorgung. Außerhalb dieser Zentren ist der Rettungsweg per Hubschrauber die einzige Option bei Notfällen, besonders im Hochland. Wer als Reisender mit längerem Aufenthalt in Island lebt, sollte sich beim isländischen Gesundheitsdienst (Heilsugæslan) als temporärer Wohnsitzinhaber registrieren, wenn der Aufenthalt länger als drei Monate dauert.
Bei Aufenthalten über 3 Monate solltest du dir vor Ort einen Hausarzt suchen. Sprachschule, Au-Pair-Familie oder Arbeitgeber kennen oft Empfehlungen.
In Island ist Landspítali Reykjavík die einzige umfassende Universitätsklinik. Akureyri Hospital ist die zweite große Klinik im Norden. Privatkliniken sehr begrenzt verfügbar.
Die Direktabrechnung mit der Auslandskrankenversicherung funktioniert in den meisten Privatkliniken über den Letter of Guarantee, der durch die deutschsprachige Notrufzentrale ausgestellt wird.
Bei Hausarzt-Besuchen ist meist Vorkasse Standard. Du reichst die Belege bei der Versicherung ein und bekommst die Erstattung in der Regel innerhalb von 4 Wochen.
Apotheken in deiner Stadt solltest du früh kennenlernen. Notdienst-Apotheken sind je nach Land unterschiedlich geregelt.
Wer eine Dauermedikation braucht, sollte frühzeitig prüfen, ob das Medikament im Reiseland verfügbar ist.
Im Notfall wählst du in Island 112 (universell). Bergrettung ICE-SAR koordiniert Such- und Rettungseinsätze landesweit.
Bei Langzeitaufenthalten suchst du dir früh einen Hausarzt im Landspítali Reykjavík.
Direktdurchwahlen: Landspítali +354 543 1000, Akureyri Hospital +354 463 0100.
Apotheken (Apótek) Notdienst nur in Reykjavík.
Die deutsche Botschaft in Reykjavík (+354 530 1100).
Ja, und für einen längerer Auslandsaufenthalt auf Island mehr als für eine Kurzreise. Die gesetzliche Krankenversicherung hat über das EWR-Abkommen beschränkte Leistungen, aber Eigenanteile, Zahnarztkosten und Hubschrauberrettungen bleiben vollständig bei dir. Je länger du bleibst, desto wahrscheinlicher, dass irgendetwas passiert. Ein guter Auslandskrankenschutz deckt alle diese Lücken, ist explizit auf Mehrmonatslaufzeiten ausgelegt und stellt dir bei einem ernsteren Notfall die Assistance-Zentrale für die Organisation des Rücktransports zur Seite.
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Tarif findenAuslandskrankenversicherungen für Island sind auf Aufenthalte zwischen 2 und 12 Monaten zugeschnitten. Die maximale Vertragsdauer beträgt bei den meisten Tarifen 12 oder 24 Monate.
Die Heilbehandlungssumme sollte unbegrenzt oder mindestens 1 Million Euro betragen. Bei Langzeitaufenthalten ist die Wahrscheinlichkeit für ernsthafte Behandlungen deutlich höher als bei Kurzreisen.
Vorsorge-Untersuchungen und Routine-Hausarzt-Besuche sollten ausdrücklich eingeschlossen sein. Nicht jeder Tarif deckt das ab.
Zahnbehandlung und Zahnersatz sind bei Langzeitaufenthalten besonders relevant. Wartezeiten und Höchstgrenzen prüfen.
Schwangerschaft und Geburt sind bei manchen Tarifen ausgeschlossen oder nur mit Wartezeit nach Vertragsbeginn abgedeckt.
Visumsnachweis und Sprachschulbescheinigung werden bei manchen Tarifen verlangt.
Island wird als mehrmonatiger Aufenthalt-Destination immer beliebter: Remote Worker in Reykjavik, Ring-Road-Circumnavigators über Monate, Geologen und Naturliebhaber, die den Sommer im Hochland verbringen. Die EU-Karte greift zwar als EWR-Staat, aber Eigenanteile summieren sich bei einem langen Aufenthalt erheblich, und ein einziger Hubschrauber-Einsatz vom Vatnajökull oder den F-Straßen sprengt jedes Budget ohne guten Versicherungsschutz.
Als Deutsche reist du visafrei in Island ein (EWR und Schengen). Für Aufenthalte bis 90 Tage brauchst du keinen besonderen Status. Wer länger als 90 Tage bleibt, muss sich beim isländischen Einwohnermeldeamt (Þjóðskrá) registrieren. Island hat seit 2022 auch ein offizielles Remote-Work-Visum, das Aufenthalte bis zu 6 Monate ermöglicht. Ein Versicherungsnachweis ist bei der Einreise nicht vorgeschrieben, wird aber bei der Remote-Work-Visa-Beantragung empfohlen.
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